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City2Navigation: Verknüpfung der kommunalen Verkehrssteuerung mit privaten Routinganbietern

Am 28. Oktober 2020 lud die BASt zu einem Online-Workshop zum Forschungsprojekt City2Navigation ein. Teilgenommen haben ca. 40 Akteure, bestehend aus dem Forschungskonsortium sowie Vertretern aus dem Bereich des städtischen/regionalen Verkehrsmanagements, der Informationsdienste, der Automobil- und Verkehrswirtschaft, sowie aus Wissenschaft und Forschung.
Im ersten Teil wurde das Projekt eingehend vorgestellt, inklusive der Hintergründe, der Ziele, der Produkte und Erkenntnisse. Eine vertiefende Projektvorstellung erhalten Sie hier:

C2N_Projektvorstellung.pdf (568 KB)

In einer anschließenden, lebendigen Diskussion wurden einzelne Aspekte des City2Navigation-Konzeptes nachgefragt, individuelle Positionen der Akteure erörtert, und wichtige Randbedingungen für die künftige Realisierung des City2Navigation-Konzeptes identifiziert.

Informationsaustausch im Verkehrsmanagement: City2Navigation leistet wichtige Grundlagenarbeit

Im Allgemeinen wurde der Ansatz von City2Navigation als aussichtsreich befunden, um die aktuelle Informationsinkonsistenz zwischen dem Verkehrsmanagement der öffentlichen Hand und den Routingdiensten beheben, und ein stadt- und umweltverträglicheres Routing zu fördern. Das City2Navigation-Projekt hat dafür die erforderlichen Grundlagen in organisatorischer, funktionaler und technischer Hinsicht konzipiert, u.a. einen neu zu etablierenden C2N-Dienst. Das Konzept wird von vielen Diskussionsteilnehmern als zukunftsträchtig gesehen und viele davon können sich auch als potenzielle Akteure in einem künftigen City2Navigation-Datenökosystem vorstellen.

Für eine nachhaltigen Erfolg des Konzeptes bedarf es jedoch folgender Handlungsfelder:

  • Im Allgemeinen ist ein „miteinander“ statt eines „nebeneinander“ aller beteiligten Akteure ein Schlüsselfaktor für ein effizientes und zuständigkeitsübergreifendes Verkehrsmanagement. Dieses Grundverständnis muss erst einmal für alle geschaffen werden. Der Workshop ist ein erster Schritt in diese Richtung.
  • Vor einer Digitalisierung und Weitergabe von Verkehrsmanagement-Maßnahmen ist eine gemeinsame Vorbereitung und Abstimmung der zu Grunde liegenden Strategien wichtig.
  • Innerhalb des Dienstes sollen nicht nur Routenempfehlungen übermittelt werden, sondern auch (Vorab-)Informationen zur allgemeinen Verkehrssituation sowie lokale Verkehrsregelungen bzw. verkehrsrechtliche Anordnungen.
  • Die Vielfalt und Vielschichtigkeit aller möglichen Verkehrsmanagement-Maßnahmen müssen zunächst in einer gemeinsamen, digitalen Sprache abgebildet werden. Hierfür ist das zu entwickelnde DATEX II-Datenmodell ein wichtiger Baustein. Die parallele Weiterentwicklung von DATEX II, insbesondere die voranschreitende Standardisierung, sind zu berücksichtigen.
  • Für Kommunen und Regionen als mögliche Datengeber ist es wichtig, dass ihre Verkehrsmanagement-Maßnahmen von den Routingdiensten als Datennehmer umfassend und aktuell über deren Kanäle verbreitet werden. Für die Bestätigung, dass dies wirklich geschieht, soll das Konzept des „Rückkanals“ auf jeden Fall forciert werden.
  • Für die Routingdienste sind Strategiemeldungen der öffentlichen Hand wertvolle Informationen, diese müssen sich jedoch in dessen Konzepte und Produkte einfügen, insbesondere hinsichtlich der Routingalgorithmen und der Informationsdarstellung. Eine 1:1-Darstellung der Maßnahmen scheint derzeit nicht zielführend.
  • Die Ausgangslage der Kommunen und Regionen ist in Deutschland sehr heterogen. Die allgemeine Motivation zur Datenabgabe, die Digitalisierung des Verkehrsmanagements sowie die organisatorischen Rahmenbedingungen sind recht unterschiedlich. Dies führt zu einer bisher unbefriedigenden Akzeptanz zur Übernahme der Daten bei den Routingdiensten. Um eine heterogene bzw. flächendeckende Masse an Datengebern zu generieren, ist neben den hier erarbeiteten Grundlagen eine koordinierte Ansprache der Kommunen und Regionen nötig. Hier wurde der Bedarf eines „regionalen Kümmerers“ für die datengebenden Akteure geäußert. Es bedarf dazu auch geeigneter Unterstützung durch Bund und Länder.
  • Der MDM als Kernelement des Informationsaustauschs soll in seiner Weiterentwicklung die technischen Anforderungen des City2Navigation-Dienstes berücksichtigen, z.B. die Möglichkeit einer vereinfachten Anmeldung am MDM bzw. Konsolidierung der Publikationen mehrerer Datengeber („Collector-Funktion “).
  • Der C2N-Dienst soll möglichst nahtlos in bestehende Infrastrukturen der Kommunen und Regionen eingebettet werden, z.B. als Funktionserweiterung in bestehenden IT-Systemen im Verkehrsmanagement. Auch hier sind die unterschiedlichen Ausgangslagen der Kommunen zu berücksichtigen.

Eine baldige Realisierung des C2N-Konzeptes wurde von allen Teilnehmern begrüßt. Entsprechende Möglichkeiten, z.B. im Rahmen einer Pilotimplementierung, sind in Folge zu eruieren. Ein solches schrittweises Ausrollen des C2N-Dienstes ist ein guter Ansatz, um die Möglichkeiten für Kommunen zu demonstrieren, um Verkehrsmanagement-Maßnahmen standardisiert zu publizieren.

In der Zwischenzeit wird die Grundlagenarbeit des City2Navigation-Projetkes in Form eines Schlussberichtes dokumentiert, und auf der BASt-Seite online veröffentlicht.

Fotos: stock.adobe.com/envfx

 

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