Skip to main content

FAQs zur Datenbereitstellung nach PBefG über MDM/Mobilithek

Im August 2021 ist das Personenbeförderungsgesetz (PBefG) novelliert worden.

In dem Zuge ist eine Pflicht für Unternehmer und Unternehmerinnen oder Vermittler von Beförderungsdienstleistungen zur Bereitstellung von Mobilitätsdaten geschaffen worden. Zu den betroffenen Daten gehören statische und dynamische Daten im Linienverkehr, im Gelegenheitsverkehr, sowie im Hinblick auf Zugangsknoten. Die Datenbereitstellungspflicht soll über den Nationalen Zugangspunkt in Deutschland, den Mobilitäts Daten Marktplatz (MDM) und die Mobilithek, organisiert werden.

Die zum PBefG zugehörige Mobilitätsdatenverordnung konkretisiert die Datenbereitstellungspflicht, u.a. die einzusetzenden Datenformate, die technischen Anforderungen an den Datenaustausch und die Datenweitergabe.

Für die Datenlieferpflichtigen können sich verschiedene Fragen organisatorischer, technischer bzw. praktischer Natur ergeben, die sich bei der Anmeldung, Datenveröffentlichung und Datenbereitstellung am MDM und der Mobilithek ergeben.

Solche Fragen möchten wir mit der nachfolgenden FAQ-Liste adressieren.

Bitte beachten Sie, dass wir auf der MDM-Webseite darüber hinaus verschiedene Hilfsmittel für MDM-Datenakteure und Datenakteurinnen anbieten, u.a. einen Wegweiser für neue Datengeber. Weiter finden Sie dort einen entsprechenden Support, sollten die u.g. Antworten nicht ausreichend sein. Entsprechende Angebote zur Mobilithek finden Sie dort.

1. Allgemeine Fragen zur Datenlieferpflicht

Wen betrifft die Datenbereitstellungspflicht nach dem PBefG?

Von der Datenbereitstellungspflicht sind grundsätzlich Unternehmer und Unternehmerinnen sowie Vermittler von Beförderungsdienstleistungen nach dem PBefG betroffen. Einzelunternehmen ohne eigene Mitarbeitende oder Solo-Selbständige sind nicht verpflichtet, Daten bereitzustellen. Sie können sich allerdings freiwillig an der Datenbereitstellung beteiligen. Die Bereitstellungspflicht findet keine Anwendung auf Sonderformen des Linien- bzw. Gelegenheitsverkehrs, wie zum Beispiel Theater- und Schülerfahrten oder Ausflugsfahrten und Ferienziel-Reisen. Dies gilt auch für Ausflugsfahrten mit angemieteten Bussen.

Gilt die Datenbereitstellungspflicht ebenfalls für Unternehmer und Unternehmerinnen sowie Vermittler von Beförderungsdienstleistungen, wenn die überwiegenden Verkehre lokal, also nicht bundesweit stattfinden?

Ja, die Datenbereitstellungspflicht gilt auch dann. Damit sollen auch lokale Mobilitätsangebote in Reisendeninformationsdiensten sichtbar gemacht werden.

Gilt die Datenbereitstellungspflicht ebenfalls für Krankentransporte, für Fahrten zu Behindertenwerkstätten o.ä. per Taxi oder Mietwagen, oder für Ausflugsfahrten?

Im Anwendungsbereich des Personenbeförderungsgesetzes findet die Bereitstellungspflicht keine Anwendung auf Sonderformen des Linien- bzw. Gelegenheitsverkehrs, wie zum Beispiel Theater- und Schülerfahrten oder Ausflugsfahrten und Ferienziel-Reisen. Ein Kennzeichen dieser Verkehre ist es, dass sie für die Allgemeinheit nicht zugänglich sind.

Dies gilt auch für Ausflugsfahrten mit angemieteten Bussen, Chauffeursfahrten mit angemieteten Limousinen oder aber Patiententransporte mit Taxen außerhalb des Taxitarifs oder sonstige Patiententransporte im Mietwagenverkehr. Ruft sich demgegenüber ein Patient ein Taxi, um vom Krankenhaus nach Hause zu fahren, fällt diese Taxifahrt in den Anwendungsbereich der Datenbereitstellungspflicht und der Unternehmer oder die Unternehmerin hat die Daten entsprechend der Mobilitätsdatenverordnung über den Nationalen Zugangspunkt bereitzustellen.

Die Befreiung von der Lieferpflicht besteht nur dann, wenn wirklich ausschließlich Fahrten, die nicht der Bereitstellungspflicht unterliegen, angeboten werden. Gemäß PBefG findet die Datenlieferpflicht zudem keine Anwendung für Gelegenheitsverkehre in Form von Ausflugsfahrten oder Ferienziel-Reisen (§ 48).

Gibt es auch eine Datenbereitstellungspflicht außerhalb des PBefG?

Ja, bereits mit der Delegierten Verordnung (EU) 2017/1926 sind umfassende Datenbereitstellungspflichten im Bereich multimodaler Reiseinformationen über einen Nationalen Zugangspunkt begründet worden. Mit dem PBefG wird diese Pflicht nunmehr auf die Bereitstellung von dynamischen Daten, d.h. Echtzeitdaten, durch Unternehmer und Unternehmerinnen sowie Vermittler von Personenbeförderungsleistungen ausgeweitet.

Die Datenbereitstellungspflichten im Zusammenhang mit der Delegierten Verordnung (EU) 2017/1926 sind in einem Faltblatt des BMVI zusammen gefasst.

Welche Daten müssen bereitgestellt werden?

Die Datenbereitstellungspflichten betreffen statische und dynamische Daten (Echtzeitdaten). Welche Daten hiervon umfasst sind, ergibt sich aus der Anlage zur Mobilitätsdatenverordnung. Statische Daten sind einerseits Angaben zum Unternehmer und Unternehmerin oder Vermittler, wie zum Beispiel Name, Kontaktdaten oder die Beschreibung der Dienstleistung. Diese müssen nur einmalig aufbereitet und in digitaler Form über den Nationalen Zugangspunkt bereitgestellt werden. Statische Daten sind auch konkrete Reiseinformationen, die der Unternehmer oder die Unternehmerin im Rahmen der Dienstleistung erstellt oder die von Vermittlern bspw. zur Kundeninformation weitergegeben werden. Dabei handelt es sich etwa um Fahrpläne oder Tarifinformationen.

Bei statischen Daten handelt es sich um Angaben, die sich in der Regel nicht oder nur selten oder zumindest nicht in kurzen Intervallen ändern. Bei eintretenden Änderungen müssen diese Daten jedoch aktualisiert werden. Im Fall der Bereitstellung von dynamischen Daten, d.h. sich in kurzen Intervallen ändernden Daten, ist dafür Sorge zu tragen, dass sie in Echtzeit auch am Nationalen Zugangspunkt aktuell gehalten werden. Denn diese Daten sind als konkrete Reiseinformation nur brauchbar, wenn sie immer aktuell vorliegen. Um solche Daten bereitzustellen, bedarf es der Einrichtung einer dauerhaft funktionsfähigen Schnittstelle zum Nationalen Zugangspunkt, die sich dynamisch ändernde Daten fortlaufend aktualisiert bereitstellen kann.

Muss ich die Daten selbst bereitstellen oder kann das jemand für mich übernehmen?

Bei der Erfüllung der Bereitstellungspflicht können Unternehmer und Unternehmerinnen oder Vermittler auch Personen oder Organisationen mit der Erfüllung ihrer Datenbereitstellungspflicht beauftragen (sog. Erfüllungsgehilfen). Dies können zum einen Personen oder Organisationen sein, die schon heute Bündelungsfunktionen für Unternehmen wahrnehmen, wie zum Beispiel „Taxizentralen“ oder regional oder überregional tätige „Mobilitätsdatenplattformen“. Beispiele für Letzteres sind länderübergreifende Kooperationsnetzwerke wie DELFI oder Datenplattformen der Bundesländer (z.B. MobiData BW in Baden-Württemberg). Aber auch die verpflichteten Vermittler können Erfüllungsgehilfe für das Unternehmen sein.

Soweit ein Erfüllungsgehilfe beauftragt wird, werden die bereitzustellenden Daten ausschließlich über den Erfüllungsgehilfen an den Nationalen Zugangspunkt weitergeleitet. Ansprechpartner für den Nationalen Zugangspunkt ist dann nicht mehr der Unternehmer oder die Unternehmerin, sondern der Erfüllungsgehilfe. Linienverkehrsunternehmen sollen grundsätzlich über das Ländernetzwerk DELFI ihre Mobilitätsdaten an den Nationalen Zugangspunkt bereitstellen. Die Verpflichteten für die Datenbereitstellung nach dem PBefG verbleiben aber auch im Falle der Einbeziehung eines Erfüllungsgehilfen die jeweiligen Unternehmen und Vermittler.

Was ist der Nationale Zugangspunkt?

Bereits mit der delegierten Verordnung (EU) 2017/1926 sind umfassende Datenbereitstellungspflichten im Bereich multimodaler Reiseinformationen begründet worden. Der Bund hat auf dieser Grundlage einen nationalen Zugangspunkt (National Access Point – NAP) initial bestimmt. Mit dem Mobilitäts Daten Marktplatz (MDM), der diese Funktion seit Ende 2019 innehat, wurde auf eine technische und organisatorische Struktur aufgesetzt, die bereits die Datenbereitstellung über alle Ebenen (Bund, Länder, Kommunen) vorangebracht hat, auch in Erfüllung weiterer europäischer Verordnungen, bspw. zu Echtzeit-Verkehrsinformationen. Mit der Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes wird die Pflicht zur Bereitstellung von Reiseinformationsdaten über einen Nationalen Zugangspunkt nunmehr auch auf die Bereitstellung von dynamischen Daten durch Unternehmen sowie Vermittler von Personenbeförderungsleistungen ausgeweitet.

Auch aufgrund dieser neuen Anforderungen an einen Nationalen Zugangspunkt, hat das BMVI dessen Weiterentwicklung in die Wege geleitet. Unter dem Namen Mobilithek soll der Nationale Zugangspunkt Unternehmen und Behörden weitere und benutzerfreundlichere Möglichkeiten bieten, Daten über standardisierte Schnittstellen miteinander auszutauschen. Ziel ist es, den Nationalen Zugangspunkt zu einem zentralen, einheitlichen und benutzerfreundlichen Zugang zu Mobilitätsdaten weiterzuentwickeln. Die Mobilithek soll ab April 2022 in den produktiven Betrieb überführt werden und in der Folge den MDM als Nationalen Zugangspunkt ablösen. In der Zwischenzeit soll die Datenlieferpflicht weiterhin über den Mobilitäts Daten Marktplatz (MDM) abgewickelt werden. Zu evtl. erforderlichen Schritten bei einer Migration zwischen den beiden Systemen werden die Datenlieferpflichtigen rechtzeitig informiert und unterstützt.

Was ist die Nationale Stelle für Verkehrs- und Mobilitätsdaten, und welche Aufgaben hat sie?

Die Nationale Stelle für Verkehrs- und Mobilitätsdaten wurde durch das Intelligente Verkehrssysteme Gesetz (IVSG), und basierend auf den Erfordernissen aus einigen delegierten Verordnungen der EU geschaffen, und mit Aufgaben betraut. Genaueres ist in den entsprechenden gesetzlichen Grundlagen nachzulesen.

Laut IVSG prüft die Nationale Stelle „nach dem Zufallsprinzip die übermittelte Eigenerklärung der Datenlieferanten auf die Einhaltung der Anforderungen der Spezifikationen, insbesondere auf Ermittlung, Zugänglichkeit, Verfügbarkeit, Austausch, Weiterverwendung, Aktualisierung, Format der Daten, Qualitätsmanagement und Inhalt.“
Alle Datenbereitstellungspflichtige gemäß PBefG (Informationen dazu finden Sie auf dieser Seite unter Punkt 1) sind ebenfalls vom IVSG und den Kontrollaufgaben der Nationalen Stelle abgedeckt, und haben demnach auch eine Eigenerklärung abzugeben. Weitere Hinweise zur Eigenerklärung bietet Ihnen die Webseite der Nationalen Stelle.

Wie gebe ich eine Eigenerklärung ab?

Die Abgabe der Eigenerklärung durch Datengeber kann beim Anlegen der Datenpublikation am Nationalen Zugangspunkt (dem Mobilitäts Daten Marktplatz MDM) erfolgen.

Im PBefG und der MDV ist im Zusammenhang mit Datenlieferpflichten immer nur von "Unternehmer und Vermittler" die Rede. Ist es notwendig, dass der Vermittler die Daten zu der Dienstleistung des Unternehmers, die er vermittelt, an den Nationalen Zugangspunkt übermittelt und der Unternehmer selbst zusätzlich auch?

Falls der Unternehmer oder die Unternehmerin seine bzw. ihre Fahrzeuge ausschließlich für den Vermittler einsetzt, ist keine doppelte Datenübermittlung notwendig. Falls das Unternehmen jedoch seine Fahrzeuge ganz oder teilweise direkt für Fahrgäste anbietet, fällt der Unternehmer oder die Unternehmerin auch unter die Datenlieferpflicht.

Suche und Hervorhebungen im Text

2. Fragen zur Bedienung des MDM

Welche technischen Voraussetzungen benötige ich, um mich am MDM anzubinden?

Sie müssen die Daten, die über das PBefG gefordert werden, in einem definierten, maschinenlesbaren Format bereitstellen, und diese an interessierte Datennutzende über Datenschnittstellen zugänglich und verwertbar machen. Für die Formatierung ihrer Daten sowie die Bereitstellung einer Datenschnittstelle sind Sie selber verantwortlich, oder Sie bedienen sich eines Erfüllungsgehilfen (siehe oben).

In dem Zuge agieren Sie bzw. Ihr Erfüllungsgehilfe als sog. Datengeber, d.h. Sie machen Ihr Datenangebot öffentlich, und geben dieses an sog. Datennehmer weiter. Der MDM unterstützt Sie sowohl bei der Veröffentlichung Ihres Datenangebotes, als auch bei der Datenweitergabe. Dazu bietet der MDM wiederum Datenschnittstellen an, die als Vermittler und Vermittlerin zwischen Ihnen und den Datennehmern fungieren.

Wie bediene ich den MDM?

Zunächst müssen Sie sich am MDM registrieren, bevor Sie Daten überhaupt anbieten können. Erst dann können Sie Ihr Datenangebot im MDM anlegen („publizieren“). Diese Prozesse sind im Benutzerhandbuch des MDM im Detail erläutert.

Eine Kurzanleitung finden Sie zudem im “MDM-Quick Guide“. Des Weiteren bietet der MDM regelmäßig Webinare für Datennutzende an. Eine Nachlese eines vergangenen Webinars können Sie hier abrufen:.

Für einzelne Fragen bei der Bedienung des MDM steht Ihnen schließlich ein Support-Team zur Verfügung.

Was muss ich tun, um §2 der Mobilitätsdatenverordnung („Zusammenarbeit mit dem Nationalen Zugangspunkt; Erfüllungsgehilfe“) zu erfüllen?

Mit der Registrierung am MDM (siehe zuvor unter „Wie bediene ich den MDM?“) ist der Schritt zur Zusammenarbeit erfüllt, d.h. Sie als Unternehmer oder Unternehmerin oder Vermittler oder Erfüllungsgehilfe sind damit am MDM angemeldet.

Bitte beachten Sie, dass der MDM derzeit nicht alle erforderlichen Erklärungen im Zusammenhang mit §2 elektronisch in Empfang nehmen kann. Dies betrifft bei juristischen Personen die Angabe einer vertretungsberechtigten Person (gemäß Absatz (1), Satz 2). Sie können diese Angabe unter der Mail-Adresse mdm@bast.de formlos nachreichen. Falls Sie diese Angabe nicht nachreichen, gehen wir davon aus, dass der im MDM-Organisationsverwaltung angegebene Hauptkontakt auch als vertretungsberechtigte Person gilt.

Im Fall von Erfüllungsgehilfen sind gemäß Absatz (2) ferner folgende Erklärungen bzw. Nachweise erforderlich:

  • die Erklärung, dass die Daten der Organisationen, für die ein Erfüllungsgehilfe tätig ist, ausschließlich über ihn an den MDM übermittelt werden,
  • die Benennung der Organisationen, für die ein Erfüllungsgehilfe tätig ist,
  • den Nachweis, dass der Erfüllungsgehilfe Rückmeldungen des MDM für Organisationen, für die er tätig ist, entgegennehmen darf,
  • den Nachweis, dass die Einzelunternehmer in die Verwendung personenbezogener Daten eingewilligt haben, falls der Erfüllungsgehilfe für freiwillig datengebende Einzelunternehmer tätig ist.

Auch diese Angaben können Sie unter der Mail-Adresse mdm@bast.de formlos nachreichen.
Bitte beachten Sie, dass das MDM-Team auf Sie zurückkommen kann, falls Rückfragen zu Ihren Angaben bestehen.

Was muss ich tun, um §3 der Mobilitätsdatenverordnung („Datenformate“) sowie §4 („Allgemeine Anforderungen an die Datenbereitstellung zur Gewährleistung eines funktionsfähigen Datenabrufs“) zu erfüllen?

Mit dem Publizieren von Datenangeboten am MDM (siehe zuvor unter „Wie bediene ich den MDM?“) ist der Schritt zur Datenbereitstellung erfüllt.

Bitte beachten Sie, dass der MDM auf Sie zurückkommen kann, falls Rückfragen zu Ihrer Datenbereitstellung bestehen, z.B. bei Bedenken bzgl. der Formatierung und Verfügbarkeit Ihrer Daten.

Welcher Aufwand kommt auf die Unternehmer und Unternehmerinnen zu, wenn der Wechsel vom MDM auf die Mobilithek ansteht?

Die beim MDM bestehenden Organisationen und Publikationen werden nach Freigabe durch den Unternehmer oder die Unternehmerin automatisiert erzeugt. Es bleibt der Aufwand für die Vergabe von neuen Passwörtern und evtl. das erneute Hochladen der Tabellen. Das Team des MDM wird Sie rechtzeitig kontaktieren und bei der Migration auf die Mobilithek unterstützen.

3. Fragen zur Registrierung am MDM

Ich bin ein datenlieferpflichtiger Taxi- oder Mietwagenbetrieb. Bei der Registrierung am MDM ist obligatorisch eine Homepage anzugeben. Ich habe jedoch als kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) keine eigene Homepage.

In dem Fall können Sie die Homepage Ihrer Taxizentrale oder Ihres zuständigen Verbands o.ä. hinterlegen. Wenn Sie keiner Taxizentrale oder Verband zugehören, können Sie alternativ die URL des Google-Eintrags verwenden, die bei der Google-Suche nach Ihrem Unternehmen automatisch erstellt wird.

Ich bin datenlieferpflichtig gemäß PBefG und vertrete eine Unternehmensgruppe mit mehreren unabhängigen Unternehmen. Muss nun für jedes dieser Unternehmen eine eigene Registrierung auf dem MDM erfolgen, oder kann die Meldung der Daten gesammelt über die Unternehmensgruppe erfolgen?

Bitte prüfen Sie, ob die Unternehmensgruppe als Erfüllungsgehilfe nach §3a Absatz 4 des PBefG handelt und die Daten der einzelnen Unternehmen der Gruppe gebündelt an den Nationalen Zugangspunkt übermitteln möchte. In diesem Fall ist nur die Registrierung des Erfüllungsgehilfen (der Unternehmensgruppe) am MDM, jedoch keine Einzelregistrierungen der Unternehmen notwendig. Der Erfüllungsgehilfe gibt bei der Datenlieferung an, für welche Unternehmen er Daten bereitstellt.

Falls jedoch die Unternehmensgruppe nicht die Funktion und Rolle eines Erfüllungsgehilfen wahrnimmt sind die einzelnen Unternehmen der Gruppe, die Unternehmer und/oder Vermittler im Sinne des PBefG sind, verpflichtet, sich am Nationalen Zugangspunkt (dem MDM) zu registrieren und an diesen die Daten zu liefern.

Ich habe mich am MDM registriert, und habe ein Zertifikat erhalten. Ich habe nun Probleme mit der Installation dieses Zertifikates.

Bitte wenden Sie sich mit Ihrem Fall an das MDM-Support-Team: orga@mdm-portal.de. Bitte geben Sie dabei Ihren Organisationsnamen an. Das Support-Team wird Sie persönlich unterstützen.

4. Fragen zur Datenlieferung an den MDM (alle Datenarten gemäß PBefG)

Wie funktioniert die Datenlieferung an den MDM technisch?

Dafür haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. Sie verwenden die Brokering-Funktionalität des MDM.
    Dabei werden die Inhaltsdaten Ihrer Publikation über definierte Datenformate und Schnittstellen im MDM-System ausgetauscht. Die zu Grunde liegenden Prozesse werden in der Technischen Schnittstellenbeschreibung im Detail erläutert. Sie können einen solchen Datenaustausch steuern, in dem Sie sog. Subskriptionen für einzelne Datennehmer anlegen.
  2. Sie verweisen auf eine externe Datenquelle.
    Der MDM stellt in diesem Fall lediglich die Sichtbarkeit Ihres Datenangebots sicher. Den Datenaustausch müssen Sie über andere Kanäle sicherstellen, z.B. über ein eigenes Datenportal oder eine eigene Schnittstelle. In der MDM-Publikation geben Sie lediglich den Zugang zu diesem Datenportal oder der Schnittstelle zu den Daten an. Sie können dabei in diesem Fall über den MDM keine Subskriptionen verwalten.

Wie sind die zu übermittelnden Daten zu strukturieren? Welche Datenfelder sollen angeliefert werden?

Datenstrukturen und -felder werden in sog. Datenstandards/-modellen bzw. in Datenformaten festgelegt. Diese basieren auf verschiedenen internationalen Harmonisierungs- und Standardisierungsvorhaben für einzelne Domänen bzw. Datenkategorien. Die im Bereich des PBefG anzuwendenden Datenstandards/-modelle bzw. Datenformate sind in der Anlage der Mobilitätsdatenverordnung tabellarisch aufgeschlüsselt.

Die vorgegebenen Datenstandards/-modelle sind nicht spezifisch genug, um mein Angebot eindeutig und präzise zu strukturieren. Was kann ich tun?

Die meisten Datenstandards/-modelle lassen sich über sog. Profile für bestimme Anwendungsbereiche konkretisieren. Als Datengeber ist es Ihnen freigestellt, bestimmte Profile für Ihre Datenangebot zu entwickeln und anzuwenden, solange dieses Profil für Datennehmer zur Interpretation Ihrer Daten zugänglich und verwertbar gemacht wird. Wir empfehlen dabei eine Abstimmung bzw. Harmonisierung eines solchen Profils unter Datengebern, die jeweils ähnliche Daten anbieten möchten.

Falls Sie die Brokering-Funktionalität des MDM verwenden (siehe oben), können solche Profile als sog. Schemata abgelegt und sogar für eine automatische Plausibilitätsprüfung Ihrer Daten verwendet werden.

Welche Aktualität ist bei den zu übermittelnden Daten herzustellen?

Bei statischen Daten (z.B. Fahrpläne. Tarifstruktur) wird erwartet, dass so bald wie möglich die Angaben innerhalb Ihrer MDM-Publikation aktualisiert werden, jedoch spätestens nach Inkrafttreten einer Änderung oder Kenntnisnahme beim Datengeber. Das Aktualisierungs- bzw. Gültigkeitsdatum der Inhaltsdaten ist dabei im MDM innerhalb der Publikationsbeschreibung immer anzugeben.

Bei dynamischen Daten (z.B. Störungen, Verfügbarkeit von Fahrzeugen) wird erwartet, dass die Inhaltsdaten fortlaufend aktualisiert werden, d.h. jegliche Meldungen sowie Änderungen an solchen Meldungen sind in nahezu Echtzeit zu übermitteln, damit diese rechtzeitig an Verkehrsteilnehmende kommuniziert werden können.

Der MDM bietet über die Broker-Schnittstelle Aktualisierungen bis hin zum Sekunden-Rhythmus an. Bei der Anwendung von Schnittstellen außerhalb des MDM sind die technischen Möglichkeiten für eine schnelle Übertragung so weit wie möglich herzustellen.

Was passiert mit den eingegebenen und hochgeladenen Daten? Wer hat darauf Zugriff?

Die Datenweitergabe ist laut PBefG (§3b) stark reguliert. Das Gesetz beschreibt, wer welche Daten zu welchem Zweck erhalten darf. Es handelt sich damit nicht um öffentliche Daten, sondern die Daten werden auf Anfrage an die berechtigten Dateninteressenten weitergegeben.

Werden unter der Funktion "Recherche" in der MDM-Plattform alle registrierten Unternehmen tatsächlich angezeigt?

Nein, Unternehmensdaten werden grundsätzlich nicht angezeigt. Publikationsdaten werden nur angezeigt, wenn Sie das Häkchen „recherchierbar“ im Zuge des Anlegens Ihrer Publikation geklickt haben.

Wir empfehlen, das Häkchen zu deaktivieren, sodass Ihre Datenpublikation nur für den MDM-Betreiber sichtbar ist. Bitte beachten Sie, dass der MDM-Betreiber Ihre Datenpublikation gemäß der Mobilitätsdatenverordnung (§5 Datenweitergabe) auf Anfrage an mögliche Datennutzer weitergeben kann.

5. Fragen zur Datenlieferung an den MDM (statische Daten im Gelegenheitsverkehr)

Wie lege ich eine MDM-Datenpublikation für statische Daten im Gelegenheitsverkehr an?

Wir haben für Sie ein gesondertes Hilfsdokument aufgestellt, das die Modalitäten für das Anlegen von Datenpublikationen im MDM für statische Daten im Gelegenheitsverkehr näher erläutert. Dieses Hilfsdokument dient als Ergänzung und Konkretisierung des MDM-Benutzerhandbuches.

Das Hilfsdokument könnten Sie hier abrufen.

Für statische Daten im Gelegenheitsverkehr liegt bislang kein standardisiertes Datenformat vor. Gibt es alternativ eine Tabellenvorlage?

Solange noch kein standardisiertes Datenformat für die Übermittlung von statischen Daten zum Gelegenheitsverkehr verfügbar ist, können Sie die erforderlichen Datenelemente innerhalb von CSV-Dateien zusammenstellen.

Zur Vereinfachung wird eine Tabellenvorlage im Excel-Tabellenformat zur Verfügung gestellt. Damit wird eine für alle Datenlieferpflichtigen einheitliche und einfach weiterzuverwendende Datengrundlage geschaffen.

Die Tabellenvorlage ist hier abrufbar.

In welchen Formaten sollen in der Tabellenvorlage die Geodaten für Bediengebiete und Standorte angegeben werden? Muss ich dabei sowohl Polygondaten als auch NUTS-Codes angeben?

Innerhalb der Tabellenvorlage (siehe oben) haben wir entsprechende Vorgaben gegeben. Die Angabe von Polygondaten ist dabei nur erforderlich, wenn kein NUTS Code eingegeben wurde.

Wir sind ein Unternehmen mit 2 Betriebssitzen. Wie funktioniert die Eintragung in der Tabellenvorlage?

Es müssen Daten zu beiden Betriebssitzen gemeldet werden. Geben Sie dazu im Tabellenblatt “Standorte_Stationen“ alle Betriebssitze, Standorte und Stationen in getrennten Zeilen untereinander an.

Wie kann ich in der Tabellenvorlage angeben, dass ich Bedien- und/oder Pflichtfahrgebiete habe, die mehrere Städte oder Kreise umfassen?

Bitte geben Sie die bedienten Städte und Kreise in dem Tabellenfeld „Stadt/Kreis“, getrennt mit Semikolons, an. Ebenfalls führen Sie bitte die NUTS-Codes im entsprechenden Feld, getrennt mit Semikolons, auf. Eine zusätzliche Angabe der Polygone ist optional. Die Adresse des Betriebssitzes wird auf dem Tabellenblatt „Standorte_Stationen“ angegeben.

Wie gebe ich in der Tabellenvorlage frei vereinbarte Preise, feste Preise bzw. Preise ohne Wegstreckenzähler an?

Wählen Sie in der Tabellenvorlage im Blatt „Preis“ den Preistyp „Sonder“ und lassen die restlichen Felder leer.

Wir sind einer Taxizentrale angeschlossen. Reicht es, wenn diese Zentrale die Übermittlung der Daten tätigt?

Eine Taxizentrale kann als Erfüllungsgehilfe nach der Mobilitätsdatenverordnung fungieren. Hierzu müssen Sie sich direkt mit der Zentrale absprechen und dieser die Erlaubnis hierzu erteilen. Bitte schauen Sie auch unter „Muss ich die Daten selbst bereitstellen oder kann das jemand für mich übernehmen?“

6. Fragen zur Datenlieferung an die Mobilithek (dynamische Daten im Gelegenheitsverkehr)

Ab dem 1.7.2022 müssen dynamische Daten bereitgestellt werden. Was muss ich dabei beachten?

Dynamische Daten müssen – genauso wie statische Daten – an den NAP geliefert werden. Erfordert die Bereitstellung der Daten erhebliche technische Anpassungen und ist deshalb nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand unmittelbar an den NAP zu übermitteln, können Unternehmer oder Unternehmerinnen und Vermittler Zugriff auf ihre dynamischen Daten über andere, nachgelagerte Systeme gewähren, die die bereitzustellenden dynamischen Daten bereits vorhalten oder anbieten. In diesem Fall ist bei künftigen Weiterentwicklungen der nachgelagerten Systeme die bessere Anschlussfähigkeit an den NAP zur direkten Übermittlung dynamischer Daten zu berücksichtigen und bis dahin die Sichtbarkeit solcher alternativer Datenzugänge über die Metadaten von betroffenen Datenangeboten im NAP herzustellen. Diese Metadaten sind stets aktuell zu halten. Innerhalb solcher Metadaten sind die technisch-organisatorischen Beschaffenheiten zum Datenzugang über ein nachgelagertes System ausreichend zu beschreiben. Dazu gehören:

  • der Name und die Zugangsmodalitäten des nachgelagerten Systems,
  • der Betreiber bzw. die Betreiberin des nachgelagerten Systems,
  • die verwendeten Lizenzbedingungen, Datenformate bzw. Datenaustauschprotokolle, sowie
  • weitere Pflicht-Metadaten gemäß des Metadateneingabeformulars des NAP.

In welchem Format sollen die dynamischen Daten des Gelegenheitsverkehrs geliefert werden?

Bitte benutzen Sie für die Anlieferung der dynamischen Daten im Zusammenhang mit der Beförderung von Personen im Gelegenheitsverkehr das hier zur Verfügung gestellte JSON-Format. Die gemäß MVD verpflichtend bereitzustellenden Datenelemente sind nachfolgend beschrieben:

  • „timestamp“: Angabe des Zeitpunktes nach ISO 8601 inkl. Zeitzone
  • „latitude“, „longitude“: Geokoordinaten (Breitengrad, Längengrad)
  • „typeOfNonScheduledService“: Art des Gelegenheitsverkehrs („taxi“: Taxi, „vehicleForHire“: Mietwagen oder „onDemandTransport“: gebündelter Bedarfsverkehr)
  • „vehicleType“: Fahrzeugtyp („car“: bis zu 5 Sitze inkl. Fahrer, „minibus“: 6-9 Sitze inkl. Fahrer)
  • „barrierFree“: Barrierefreiheit ja/nein (boolean: true / false)
  • „licenceNumber“: Ordnungsnummer

Für den Fall des gebündelten Bedarfsverkehrs ist zusätzlich die Angabe der freien Sitzplätze und freien barrierefreien Plätze verpflichtend:

  • „freeCapacity“: Freie Sitzplätze
  • „freeCapacityBarrierFree“: Freie barrierefreie Plätze

Über welche Schnittstelle der Mobilithek sollen die dynamischen Daten des Gelegenheitsverkehrs angeliefert werden?

Bitte liefern Sie die dynamische Daten über die in Kapitel 8 „Andere Datenformate“ der Technischen Schnittstellenbeschreibung der Mobilithek beschriebene https-Schnittstelle an.

Mit welcher Frequenz bzw. wie oft sind Datenaktualisierungen zu übermitteln?

Nach § 3a Abs. 2 Satz 1 PBefG hat die Bereitstellung der dynamischen Daten des Gelegenheitsverkehrs fortlaufend in Echtzeit zu erfolgen. Hierzu werden weder im PBefG noch in der MDV nähere Angaben gemacht. Da das PBefG sich auf die Bereitstellung von den vorhandenen Daten beschränkt (§ 3a Abs. 1 Satz 1 PBefG), müssen die Unternehmer oder Unternehmerinnen, Vermittler oder Erfüllungsgehilfen die Daten in der Frequenz bereitstellen, in der sie diese bereits für andere Zwecke erheben. Hierbei ist von einer sinnvollen Obergrenze in Bezug auf die Häufigkeit der Datenübermittlung auszugehen.