Mobilitätsmehrwert
Funktionalitäten des MDM:
Die neue Einfachheit des Komplexen.
Die Aufgabe erscheint riesengroß. Ein einziger virtueller Marktplatz soll das gesamte Angebot an Verkehrsdaten transparent machen und dazu noch für sicheren Austausch sorgen. Klingt nach enormen Datenmengen, anspruchsvollen Suchabläufen und einer ausgedehnten technischen Infrastruktur? All dies trifft zu. Für die Nutzer des MDM wird diese Komplexität kaum spürbar sein. Vielmehr profitieren sie von einem besonders schlanken Datenmanagement.
Der Grund hierfür liegt im einfachen Funktionsprinzip: Zwei Funktionsebenen ergänzen sich perfekt. Eine Portal-Funktion schafft die Markttransparenz, eine Broker-Funktion regelt den sicheren Datenaustausch. Beide Ebenen zusammen machen erfolgreiche Geschäfte für alle Marktteilnehmer möglich.
Portal-Funktion für Markttransparenz
Werfen wir zunächst einen Blick auf die Portal-Funktion. Auf dieser Funktionsebene ähnelt der MDM in hohem Maße anderen Online-Marktplätzen wie eBay. Anbieter von Verkehrsdaten (Datengeber) stellen ihre Angebote ein, Anbieter von Verkehrsdiensten (Datennehmer) suchen gezielt nach Daten für ihre Leistungen.
Was muss ein Datengeber tun, wenn er auf Portal-Ebene ein Angebot einstellt? Er beschreibt die von ihm angebotenen Daten und ordnet sie so thematisch ein. Handelt es sich also um Daten zu Verkehrsstärke, Reisezeiten, Baustellen oder Wetter? Hinzukommt der räumliche Aspekt der Daten. Welchen Netzbezug haben sie? Auch die rechtlichen und kommerziellen Bedingungen des Angebots werden erfasst.
Diese Angaben ermöglichen, dass ein potentieller Datennehmer das jeweilige Angebot über die Suche finden kann. Darüber hinaus kann er weitergehenden Datenbedarf äußern.
Was die Dateninhalte anbelangt, wird es ein breites Spektrum an Möglichkeiten geben:
- Messwerte aus Verkehrs- und Umfelddetektoren und daraus abgeleitete Daten, z. B. zur Verkehrslage und Reisezeiten
- Informationen über Parkraum
- Baustellendaten
- Verkehrsmanagementmaßnahmen, z. B. empfohlene Alternativrouten, Strategien, Schaltzustände WVZ und mehr
- Metadaten (Gerätespezifikation und Ortsreferenzierung)
- Gefahren- und Ereignismeldungen (Stau, Unfall, Sperrung)
- Weitere Daten wie Wetterdaten und Prognosen
Und wenn ein bestimmtes Angebot auf Interesse stößt? Dann schließen der jeweilige Datengeber und der potentielle Datennehmer einen Datenüberlassungsvertrag ab. Hierfür stehen bei Bedarf Musterverträge und standardisierte Nutzungsbedingungen bereit. Die Datenlieferung wird von beiden Partnern über das MDM Portal freigegeben. Alle nötigen technischen Festlegungen für den Datenaustausch (push/pull/periodisch) werden vereinbart.
Broker-Funktion für sicheren Datenaustausch
Nun steht der Lieferung der Daten nichts mehr im Wege. Sie erfolgt über die Broker-Funktion des MDM, die alle technischen Abläufe regelt: den Austausch der Daten wie auch die Protokollierung aller Vorgänge. Die Daten werden unverändert und ungefiltert übermittelt.
Was geschieht im Detail? Das Brokersystem nimmt das Datenpaket des Datengebersystems an. Anhand der Publikations-Identifikation des Datenpakets und der Einträge im Metadatenverzeichnis wird das Datenpaket auf die jeweiligen Paketpuffer der Datennehmersysteme verteilt bzw. dupliziert. Wichtig hierbei: die Nutzdaten bleiben unverändert.
Die jeweilige Kommunikationsform können Datengeber wie auch Datennehmer unabhängig voneinander wählen.
Zur Verfügung stehen diese Interaktionsformen:
- Push (einfache Implementierung, wie Klick im Internetbrowser)
- Pull (ereignisgesteuert)
- Periodisch (Push-Variante mit zyklischer Auslieferung)
Ein Wort noch zu den Datenformaten: Als natives Datenformat wird Datex II unterstützt. Zusätzlich ist der generische Transport beliebiger Nutzdatenformate im XML-Format möglich. Dies geschieht über das sogenannte Containermodell. Jeder Container kann dabei mehrere Datenpakete mit unterschiedlichen Inhalten und Datenarten umfassen.
Schnelle Hilfe in allen Fragen bietet der Service Desk. Die Servicezeiten und Parameter sind durch Service Level Agreements geregelt. Interessenten, Datengeber und Datennehmer melden dem Service Desk auftretende Probleme. Per Telefon oder E-Mail werden sie informiert, sobald eine Lösung vorliegt.
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